Rumknigge
Das kleine Rum 1 x 1
Verehrter Rumfreund, kaum eine Spirituose ist so vielseitig verwendbar wie der Rum. Sie werden jeweils neue Facetten in Ihrem Rum finden, je nachdem ob Sie ihn pur, mit ein wenig Wasser, Eis oder auch in unterschiedlichen Gläsern trinken. Jeder Rum hat seine Stärken und natürlich auch Schwächen, und wie er Ihnen am besten schmeckt, das gilt es heraus zu finden. Und wenn das keine sehr schöne Übung ist! Mein bevorzugtes Glas es das Nosingglas, bei dieser Glasform können Sie die Aromen am besten wahrnehmen. Bei einem Tumbler kommt sehr viel Luft an den Rum und der Geschmack verändert sich mitunter. Je nach Alkoholgehalt macht eine Verlängerung mit Wasser tropfenweise Sinn, so erhalten sie häufig eine größere Aromenvielfalt. Auch hier gilt, probieren. Ein paar Notizen helfen später sich zu erinnern, zumindest wenn die Bar etwas umfangreicher ist.
Der Prozess der Rum Erzeugung
Dieses Naturprodukt ist im Laufe vieler 100 Jahre unheimlich weiterentwickelt
worden, so dass wir heute auf ein nahezu perfektes Endprodukt zurückgreifen
können. Mit viel Liebe und Erfindungsgeist hat jede Brennerei im Laufe
der Jahre ihren Rum geprägt und so kommt es zu einer außergewöhnlichen
Geschmacksvielfalt. Es ist kaum zu glauben, dass das Grundprodukt immer
Zuckerrohr ist. Es wird hauptsächlich in der Karibik angebaut, um
daraus Zucker zu gewinnen. Ist diesen Verfahren abgeschlossen bleibt eine
schwarze klebrige Melasse über, die dann wiederum für die Rumerzeugung
verwandt wird. Aus ca. 11,5 Tonnen Melasse erhält man etwa eine Gallone
Rum (4,54 Liter) von 57 %vol Alkohol.
Große Unterscheidungsmerkmale ergeben sich einmal durch die Verwendung
von Melasse oder den frischen Zuckerrohrsaft und natürlich den unterschiedlichsten
Destillationsvorgängen. Welchen Typ Brennanlage verwendet man - Potstill
oder eine kontinuierliche Säulendestillation? Aus wie vielen Kolonnen
besteht die Säulenanlage - aus einer, zwei, drei oder mehr?
Frischer Rohrzucker wird zum Beispiel auf der Insel Martinique verwandt,
das bedeutet es wird vorher kein Zucker abgeschöpft und so bleibt
die ganze Kraft und das Aroma im Saft erhalten. Dieser Rum nennt sich dann
Rhum agricole.
Um die Flüssigkeit in den Gärbottichen zum Fermentieren zu bringen,
muss er entsprechend verdünnt werden, dann wird ihr Hefe zugeführt.
Viele Brennereien kultivieren ihre eigenen Hefestämme, um ganz nach
ihren Wünschen ihre Geschmacksverbindungen zu erzeugen. Ein Großteil
des Aromas wird während dieses Prozesses erzeugt.
Nun haben wir eine Flüssigkeit mit rund 6% Alkohol, die jetzt destilliert
werden muss. Wie bei jedem anderen Destillationsvorgang auch, wird das
Wasser entzogen und eine alkoholische Flüssigkeit zwischen 70 und
85% Volumenalkohol entsteht. Die einfacheren Rumsorten lagern anschließend
in Stahltanks und werden mit Sauerstoff belüftet damit sie eine weitere
Reife erreichen, hochwertige Rumsorten kommen in gebrauchte Eichenholzfässer
und werden mitunter über viele Jahre gelagert und so entstehen die
feinsten Erzeugnisse.
P.S. Eine einheitliche Richtlinie bei der Rumherstellung gibt es nicht, bedingt durch die vielen verschiedenen Länder gibt es einen gewissen Spielraum, der diese Spirituose aber auch so vielseitig und interessant macht.

